Wie eine Seife entsteht: vom Ansatz bis zur Reifezeit

Eine Seife besteht auf den ersten Blick aus nicht viel: Öle und Wasser. Dahinter steckt aber eine kleine chemische Verwandlung und wir zeigen dir, wie sie funktioniert. Radikale Transparenz heißt für uns auch, dass du verstehst, was in deiner Seife passiert.

Die Verseifung: aus Öl wird Seife
Seife entsteht, wenn Öle mit einer Lauge reagieren. Diese Reaktion heißt Verseifung. Dabei spalten sich die Öle in Fettsäuren und Glycerin. Die Fettsäuren verbinden sich mit dem Natrium aus der Lauge zu Seife (INCI: z. B. Sodium Olivate oder Sodium Cocoate). Das Glycerin bleibt als natürliches Nebenprodukt in der Seife.

Deshalb stehen auf unseren Seifen keine Öle, sondern „Sodium Olivate”, „Sodium Shea Butterate” und Co. Das ist keine Chemie, die wir hinzufügen, sondern das, was aus dem Olivenöl und der Sheabutter geworden ist. Nach der Reaktion ist von der Lauge nichts mehr übrig.

Schritt 1: Der Ansatz
Jede Seife beginnt mit einer genau berechneten Rezeptur. Wir arbeiten in drei Phasen:

  • Laugenphase: Natriumhydroxid wird vorsichtig in destilliertem Wasser gelöst. Dabei entsteht Wärme. Ein Teelöffel Zucker in der Lauge unterstützt später den Schaum.

  • Ölphase: Oliven-, Kokos-, Shea- und Kakaobutter und weitere Öle werden langsam erwärmt.

  • Zusätze: Ätherische Öle, Tonerden, Blüten und Pflanzenmaterialien kommen in der Endphase dazu.

Schritt 2: Die Überfettung
Wir berechnen jede Rezeptur so, dass ein Teil der Öle bewusst nicht verseift wird. Das nennt man Überfettung oder auch Rückfettung. Unsere Seifen liegen je nach Sorte zwischen 5 und 11 %. Je höher der Wert, desto reichhaltiger fühlt sich die Seife an.

Schritt 3: Vermischen und Formen
Lauge und Öle werden zusammengeführt und gerührt, bis die Masse eindickt und wie ein dünner Pudding aussieht. Jetzt kommen Duft, Tonerde und Pflanzen dazu. Die Masse wird in die Form gegossen und ruht gut isoliert, während die Verseifung weitergeht.

Schritt 4: Schneiden und Reifen
Nach dem Ruhen wird die Seife in Stücke geschnitten. Dann beginnt die Reifezeit: Die Seifen liegen ca. sechs Wochen luftig, damit überschüssiges Wasser verdunstet. In dieser Zeit wird die Seife fester, milder. Geduld gehört bei uns zum Handwerk. Eine Seife, die gut gereift ist, schäumt cremiger und ist hautfreundlicher als ein frisch geschnittenes Stück.

Warum wir dir das zeigen
Kein Geheimnis, keine Zutat, die du nicht benennen kannst. Wenn du verstehst, wie deine Seife entsteht, kannst du auch die INCI-Liste lesen und bewusst entscheiden, was auf deine Haut kommt.

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Warum Naturseife die bessere Wahl sein kann

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